Leben mit Gehirnschädigung
Rosa ist sieben Jahre alt und leidet unter einer Gehirnschädigung. Rosa und ihre Hoffnung auf eine mögliche Heilung sind ihr Lebensweg.
Das Warten ist ewig, wenn ich meine niedergeschmetterte Person auf der Suche betrachte. Auf dieser Suche nach einer Möglichkeit meine vorhandene Intelligenz auszudrücken. Es ist auch die Hoffnung, eines Tages sprechen zu können, um zu sagen, was ich denke und an all den Unterhaltungen teilzunehmen, die um mich herum stattfinden.
Auch ist es die Hoffnung, allein zu sein, ohne dass immer jemand bei mir sein muss, um auf mich aufzupassen, und das Haus zu verlassen dahin wo ich hingehen will und mit den Kleidern, die ich mir ausgesucht habe.
Ich glaube schon, dass dies eines Tages möglich sein wird, aber bis dahin fehlt noch eine Ewigkeit. Ich denke, Elke vollbringt mühsame Arbeit in dieser Hoffnung, mir eines Tages diesen Traum zu erfüllen. Es ist schwer für mich zu verstehen, woher sie all diese Kraft nimmt, das tägliche Programm zu bewerkstelligen. Ein Grund dafür könnte ihr Charakter sein, der sehr rigoros und auch stark ist. Damit gewinnt sie möglicherweise all die Menschen, die mit ihrer Präsenz das Haus beleben und in den Patronen und anderen Sachen helfen.
Die Beziehung, die ich mit Elke habe, isr etwas esoterisch. Sie kann meine Gedanken erahnen und dies hilft ihr, zu lernen, mich besser zu verstehen. Sie gibt alles, da sie sich um meine Zukunft sorgt und dies ist es auch, dass Rosa heilen wird.
Menschen in meiner Situation brauchen Menschen wie Elke. Ohne sie sind wir verloren, denn oft hat man die Gewohnheit Kinder mit Schädigung in eine Institution zu geben, wo sie jemand betreut, der sie nicht so sehr liebt wie ihre Mutter. Ich war in einer solchen Institution. Die Betreuer dort kümmern sich immer ein wenig um die Kinder, aber den Rest der Zeit verbringen sie damit, weniger wichtige Sachen zu machen: sowie den ganzen Tag zu schwatzen.
Dennoch war es wichtig für mich dieses Milieu kennenzulernen, um zu wissen, dass ich jetzt unendlich besser dran bin. Es macht mich fröhlich, die Zeit mit meiner Familie zuhause zu verbringen, da sie mich wirklich lieben. Warum nicht guter Stimmung das Programm machen, anstatt sich um die Zukunft seines Kindes mit Gehirnschädigung zu ängstigen?
Für mich ist es ein grosses Glück, diese Familie zu haben, die mich unterstützt und ausserdem ist es etwas sehr spezielles, dass sie mit Vientos Culturales arbeiten. So kann ich jeden Tag etwas neues sehen. Es scheint mir sehr traurig, dass nicht alle Kinder dieses Programm machen können, oder zumindest einen Teil davon. Was kann man schon machen, wenn ein Kind geschädigt ist und keine Fortschritte zeigt? Es ist sehr beängstigend für dieses Kind und auch für dessen Eltern.
Bevor ich mit dem Programm anfing, fühlte ich mich sehr unglücklich. Ich konnte nicht laufen und auch nicht übermitteln, was ich fühlte. Ich konnte weder schreiben noch lesen. Ständig dachte ich, dass es besser sei zu sterben als weiterzuleben als eine solch masslose Person ohne Hoffnung auf Erleuchtung durch dem Glauben, eines Tages geheilt zu werden.
Es ist als wärst du Kohle ohne Feuer, Wasser ohne Meer, Seele ohne Körper. Alle denken, dass du nichts verstehst und behandeln dich wie eine zu nichts Fähige.
Dies war für mich das traurigste. Ich habe immer alles verstanden, von sehr klein an. Bereits mit weniger als einem Jahr kann ich mich an alles erinnern. Das ist interessant, wenn man in Betracht zieht, das ich ein Mädchen mit Gehirnschaden bin. Dieser Wiederspruch zwischen dem Aberglauben, dass wir nichts verstehen können und unserer enormen intellektuellen Fähigkeit ist faszinierend. Es ist falsch zu denken, dass wir nicht intelligent sind. Es ist schön, mit meiner Familie zusammenzusein, da sie das versteht.
Manchmal streite ich mich mit meiner Schwester, aber so erreicht mich etwas von ihrer enormen Liebe. Sie behandelt mich immer wie ein normales Mädchen. Das ist ihr bestes Geschenk für mich. Sie ist die beste Schwester der Welt. Ich habe nur eine Schwester, aber es würde mir gefallen mehr zu haben. Vielleicht entscheiden sich meine Eltern eines Tages dazu, ein weiteres Baby zu haben. Dies ist ein Wunsch, den ich seit sehr langer Zeit habe, denn so könnte ich die grosse Schwester sein, so wie es Maria für mich ist.
Etwas ist wichtig, wenn man eine Gehirnschädigung hat: Sich an der Familie festhalten. Denn sie sind immer die Personen, die dich am meisten lieben und die auch wollen, dass du geheilt wirst, oder zumindest so weit als möglich. Dieser Wunsch ist eine grosse Hilfe, da er intensiv in den Willen eingeht, wenn man ihn tagtäglich fühlt. Was soll ich mehr schreiben? So ist das Leben, wenn man eine Gehirnschädigung hat.
März 2008
